Kickboxen

Durch den Ausgang des zweiten Weltkrieges fanden asiatische Kampfkünste eine starke Verbreitung in den USA. Als Besatzungsmacht lernten die Amerikaner Judo, Karate Jiu-Jitsu und andere asiatische Kampfsportarten kennen. Viele Asiaten suchten ihr Glück in den USA und brachten ihr Wissen mit. Der Grundstein war gelegt.

Die Entstehungsgeschichte des modernen Kickboxens findet ihre Wurzeln in den Vereinigten Staaten von Amerika. In den 70er Jahren, als viele amerikanische GIs aus dem Vietnamkrieg zurückkamen und mit Thaiboxen und Taekwondo erfahrungen sammeln konnten (die USA kämpften mit Südvietnam, Korea, Thailand Taiwan, den Philippinnen und einigen anderen zusammen gegen Nordkorea und deren Verbündete) fanden asiatische Kampfsportarten einen regelrechten Boom in den USA.

Zu diesem Zeitpunkt waren schon viele Kampfkunstarten in den USA durch asiatische Einwanderer etabliert wie Judo, Karate oder Jiu Jitsu.

Die modern eingestellten Amerikaner richten Wettkämpfe aus, bei denen die Kontrahenten verschiedener Kampfkünste gegeneinander antreten konnten, um so herauszufinden welches System das Beste ist. Gekämpft wurde damals ohne Schutzausrüstung, die Regelwerke waren von Turnier zu Turnier verschieden. Aufgrund von fehlender Schutzausrüstung ist es regelmäßig zu starken Verletzungen auf den Wettkämpfen gekommen.

Aus dieser Situation ergab sich, dass das sogenannte “All Style Karate” erschaffen wurde. Das “All Style Karate” wurde als Wettkampftaugliches System konstruiert bei dem mit Handschützern und Schienbeinschützern gegeneinander gekämpft wurde. Erlaubt waren Tritttechnicken, Wurftechniken sowie Schlagtechniken. Im “All Style Karate” finden sich Elemente aus Boxen, Taekwondo, Jiu-Jitsu, Judo und Karate wieder. Einige Zeit später wurde “All Style Karate” in Kickboxen umbenannt.

Im Jahr 1974 einigten sich die späteren Gründer des WAKO (World AllStyle Karate Organisation, gegründet Februar 1977) Mike Anderson und Georg F. Brückner auf ein einheitliches System bei dem Tritte und Schläge erlaubt waren und bahnten so den Erfolgsweg für die Verbreitung des Kickboxens in Europa.

Im selben Jahr wurde in Berlin das erste große Kickbox-Turnier von Georg F. Brückner organisiert. Am 17. Mai 1974 traten in der Deutschlandhalle in Berlin 88 Schwarzgurte aus aller Welt in der mit 7000 Zuschauern besuchten Deutschlandhalle  gegeneinander an. Die europäischen Kickboxer (die lange nicht so viel Erfahrung hatten wie die Amerikaner) wurden regelrecht vorgeführt und auch viele Meister der klassischen Kampfkünste wie Judo, Karate und Boxen konnten beim Wettkampf nicht punkten.

Dieses Turnier, welches Kickboxen in Europa zu einem angesagten Kampfsport machte, wurde von Kampfkunstnamen wie Linda Lee, (Frau des zu diesem Zeitpunkt schon verstorbenen Bruce Lee), Jhon Rhee (Erfinder der ersten Safety’s), Park Jong Soo, Rhee Ki Ha, Hidy Ochiai, Takayuki Mikami, Fumio Demura, Bill Wallace, Al und Malia Dacascos und vielen anderen geleitet und promoted.

Im Februar 1977 wurde in Berlin die WAKO (World Allstyle Karate Organization), gegründet. Kurz darauf wurden die ersten Deutschen- und Europameisterschaften ausgetragen. Gekämpft wurde in den Disziplinen Leicht- und Vollkontakt.

Die WAKO wurde später in World Assosiation of Kickboxing Organization umbenannt und ist heute der weltweit größte Amateur-Kickbox-Verband.
Weitere einflußreiche Verbände sind die WKA (World Kickboxing Association) und die IASKA (International Amateur Kickboxing Sport Association).

Weitere Namen, die Kickboxen bekannt bemacht haben: Joe Lewis, Al Dacascos, Chuck Norris, Benny Urquidez, Dominique Valera und viele andere.

Kickboxen ist ein Kampfsport, bei dem Fitness sehr wichtig ist. Im guten Training wird viel Wert auf Ausdauer, Kraft, Technik und Fairness gelegt.

Kickboxen eignet sich sehr gut um seine Fitness zu trainieren, ist zu Selbstverteidigungszwecken bedingt einsetzbar, aber bietet eine sehr starke Grundlage in Kombination mit Nahkampfkünsten die effiziente Boden und Clinch Elemente aufweisen.

Graduirungen / Grade:

Auch beim Kickboxen ist es heutzutage weit verbreitet, das die Lernstufe durch Gürtel gekennzeichnet wird. So fängt ein Neuling mit einem weißen, bzw. keinem Gürtel an und kann durch das ablegen von Prüfungen den jeweils nächst höheren Grad erreichen.

Die WAKO hat z.B. folgendes Graduierungssystem:
Schülergrade: Gelb-Gurt, Orange-Gurt, Grün-Gurt, Blau-Gurt, Braun-Gurt, Meistergrade: Schwarz-Gurt. Die Meistergrade werden druch weiße Streifen an den Enden des Schwarz-Gurtes gekennzeichnet.
Die Gürtelfarben und deren Bedeutung können sind von Verband zu Verband unterscheiden.
[Weiteres folgt...]